reduktionismus
Tidyism „Tidy“ heißt ordentlich. Davon leitet sich das Wort Tidyism ab, mit dem die Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern verschiedene Phänomene bezeichnet. Immer geht es dabei um Ordnung schaffen, aufräumen, ausmisten. Ob nun einfach der Besitz zu viel wurde oder der Platz zu wenig, ist dabei unwesentlich. Wesentlich ist das Ergebnis, das sich auf das ganze Leben auswirkt und nicht allein auf das Wohnen. - nur Sofa, Teppich und Sideboard
Vertikal und horizontal ausschöpfen: Selbst bei einer Verkleinerung der Wohnverhältnisse muss man nicht unbedingt auf viel verzichten. In einer 50 Quadratmeter großen Wohnung für eine junge Familie mit zwei Kindern konstruierte Interior Profi Jan Reuter die Küche als Raum im Raum. „Durch durchlässige Gestaltung gewinnt auch das Wohnzimmer an Großzügigkeit“, schreibt Jan Reuter zum Umbau.
Reduktion, wie sie Holger Schweitzer verficht, führt dazu, dass man die Umgebung umso deutlicher wahrnimmt. Je weniger Dinge den Blick verstellen, desto mehr kommt das Leben zur Geltung. Solches gilt auch für Panoramen wie dieses, gesehen von der Dachterrasse aus, mit Blick auf den Gasometer am Südkreuz. Radikal emotional.
Der Bettentwurf ist eine Arbei des Architekten. Darin liegen die Matratzen auf dem Boden. Bis aud einen Spotlight befindet sich weiter nichts im Schlafzimmer. Ordnung ist für Holger Schweitzer notwendig: „Ich strebe nach Perfektion, ohne sie zum Zwang werden zu lassen. Wenn alles perfektioniert ist, hilft mir das, innerlich zur Ruhe und mit meiner Kreativität in Berührung zu kommen. Dabei entsteht ein Gefühl totaler Zufriedenheit. Für mich ist Perfektion wie die Pirouette auf einem Vulkan – sie hält nie lange an.“
das wohnzimmer. „Alles, was nicht da ist, ist schön“, sagt Holger Schweitzer. „Radikalen Reduktionismus“ nennen das seine Freunde, und der Architekt erzählt dies nicht ohne Stolz. Denn wer ihn besucht, betritt eine Wohnung, die wirklich auf das Wesentliche reduziert ist: „Ich habe keine Bücher, keine Bilder, keine CDs. Das ist natürlich nicht von heute auf morgen passiert. Inspiriert haben mich dazu Reisen und Arbeitsaufenthalte als Architekt in Asien, Afrika, Amerika, Australien, den Nahen und Fernen Osten. Groß ist die Anzahl der Dinge, derer ich nicht bedarf! Ergo habe ich immer mehr aussortiert. Allerdings dauerte es Jahrzehnte, bis der heutige Grad an Minimalismus erreicht war.“
3. Hängen Ordnung und Glück zusammen? „Glücklich zu sein, hängt nicht notwendigerweise von Ordnung ab“, sagt Mary Anne Bennie, Organisations-Guru in Australien und Autorin der Ratgeber „From Stuffed to Sorted“ (John Wiley & Sons Inc) und „Paper Flow: Your Ultimate Guide to Making Paperwork Easy“ (Wrightbooks). „Ordnung sorgt für ein Gefühl der Ruhe und der Kontrolle über die Dinge, und sie gibt Menschen mehr Zeit für Tätigkeiten, die sie glücklich machen. Ordnung hat zur Folge, dass man mehr Freiheit hat. Es geht um die Freiheit, der Mensch zu sein, der man sein möchte. Zu tun, was einem am besten gefällt, und Dinge zu besitzen, die man mag“, sagt Bennie. „Das Erlebnis, im gegenwärtigen Augenblick aufzugehen, stellt sich dann öfter ein. Umgekehrt führt Unordnung (sofern sie als Problem erlebt wird) dazu, dass Menschen ins Stocken geraten und nicht weiterkommen. Sie legen Gegenwart und Zukunft auf Eis, während sie mit der Vergangenheit beschäftigt sind. Minimalismus hat zweifellos das Potenzial, mehr Glück zu erzeugen.“ Die britische Expertin Helen Winter von Coral Interiors sagt: „Wir haben ein altes Sprichwort. ‚In einem aufgeräumten Zimmer wohnt ein aufgeräumter Geist.‘ Genau s...
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